Gebrauchtwagenkauf
Fahrzeughistorie prüfen: Was ist kostenlos, was ist seriös?
Eine zentrale, kostenlose Datenbank zur Fahrzeughistorie gibt es in Deutschland nicht, die Prüfung setzt sich aus mehreren Quellen zusammen. Kostenlos sind die Zulassungsbescheinigung Teil I und II, das Scheckheft, HU-Berichte und die KBA-Rückrufdatenbank. Die KBA-Registerauskunft mit den HU-Kilometerständen ist gebührenfrei, aber nur der Halter kann sie anfordern. Einen ersten Schadenshinweis gibt ein Gratis-Check, ein vollständiger Bericht kostet etwa bei carVertical 38,99 € (Oktober 2026).
Was zeigt eine Fahrzeughistorie in Deutschland?
Eine Fahrzeughistorie fasst zusammen, was über ein bestimmtes Fahrzeug dokumentiert ist: Halterwechsel, Kilometerstände, Hauptuntersuchungen, Wartungen, Unfall- und Schadensmeldungen, Rückrufe und Diebstahlmeldungen. Eine zentrale, kostenlose Datenbank, die ein Käufer selbst abfragen kann, gibt es in Deutschland nicht. Identifiziert wird das Fahrzeug über die FIN, die 17-stellige Fahrzeug-Identifizierungsnummer (umgangssprachlich Fahrgestellnummer). Sie steht in Feld E der Zulassungsbescheinigung Teil I und ist am Fahrzeug selbst angebracht, während sich das Kennzeichen bei einer Umschreibung ändern kann.
Jede Quelle zeigt nur, was ihr gemeldet wurde. Der ADAC hält Kilometerstands-Datenbanken für keine gute Lösung, weil Kilometerstände vor dem Eintrag technisch nicht auf Richtigkeit überprüft werden können und manipulierte Werte deshalb unerkannt in den Datenbanken stehen (ADAC, Januar 2026). Eine Inspektion ohne Eintrag oder ein Ölwechsel in der eigenen Garage taucht in keiner Datenbank auf.
Drei Begriffe begegnen dir beim Gebrauchtwagenkauf immer wieder. Die Zulassungsbescheinigung Teil II ist der frühere Fahrzeugbrief und zeigt, wie viele Vorbesitzer eingetragen sind; Teil I ist der frühere Fahrzeugschein. Die HU (Hauptuntersuchung, oft einfach TÜV genannt) ist die Pflichtprüfung, bei der auch der Kilometerstand abgelesen wird. Scheckheftgepflegt heißt, dass die Inspektionen im Serviceheft eingetragen sind; laut ADAC heißt das aber nicht, dass alle Wartungsarbeiten gemacht wurden.
Welche kostenlose Prüfung der Fahrzeughistorie eignet sich wofür?
Jede Quelle zur Fahrzeughistorie beantwortet eine andere Frage, und keine beantwortet alle. Kostenlos sind vor allem die Unterlagen, die der Verkäufer hat oder gebührenfrei beschaffen kann: Fahrzeugpapiere, KBA-Registerauskunft, Scheckheft und HU-Berichte. Rückrufe zeigt die KBA-Datenbank, einen ersten Hinweis auf gemeldete Schäden gibt ein kostenloser Vorab-Check, und der vollständige Bericht kostet Geld. Die Tabelle vergleicht die sieben Optionen nach Datenart, Stand Oktober 2026, jeweils nach den Seiten der Quellen selbst.
| Quelle | Kosten für dich | Halter | Kilometerstand | Unfallschäden | Wartung | HU-Ergebnisse | Rückrufe | Diebstahl |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zulassungsbescheinigung Teil I und II | Kostenlos, beim Verkäufer | Ja, Zahl der Vorbesitzer | Nein | Nein | Nein | Abgleich mit HU-Stempeln | Nein | Nur FIN-Abgleich |
| KBA-Registerauskunft des Verkäufers | Gebührenfrei, nur für den Halter | Ja, Umschreibungen | Ja, bei den jüngsten HU | Nein | Nein | Prüfplakette zugeteilt | Nicht angegeben | Nicht angegeben |
| Scheckheft oder digitales Serviceheft | Kostenlos, beim Verkäufer | Teilweise | Ja, je Eintrag | Nicht angegeben | Ja | Nein | Nicht angegeben | Nein |
| HU-Berichte und FSD-Auskunft | Kostenlos, FSD nur für den Halter | Nein | Ja, bei der HU abgelesen | Nein | Nein | Ja, Mängel und Hinweise | Nicht angegeben | Nein |
| KBA-Rückrufdatenbank und Hersteller | Keine Gebühr angegeben | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein | Ja, je Fahrzeugtyp | Nein |
| Gratis-Check von fahrzeugschein.de | Kostenlos, Historie ab 24,99 € | Nicht angegeben | Im Bericht ab 24,99 € | Hinweis gratis, Details im Bericht | Nicht angegeben | Nicht angegeben | Ja, gratis | Im Bericht ab 24,99 € |
| carVertical | 38,99 € je Bericht | Nicht angegeben | Ja, Kilometerrückstellungen | Ja, Zustandshistorie | Nicht angegeben | Nicht angegeben | Nicht angegeben | Nicht angegeben |
Geprüft am 13. Oktober 2026 auf den Seiten von ADAC (Gebrauchtwagenkauf), ADAC (Tachomanipulation), KBA-Registerauskunft, KBA-Rückrufe, fahrzeugschein.de und carVertical. „Nicht angegeben“ heißt, dass die Seite der Quelle dazu nichts sagt. Angebote ändern sich, prüfe deshalb jede Seite selbst.
- Halterzahl und Echtheit der Papiere: die Zulassungsbescheinigung Teil I und II im Original.
- Amtliche Daten mit HU-Kilometerständen: die gebührenfreie KBA-Registerauskunft, die der Verkäufer anfordert.
- Wartungshistorie: das Scheckheft oder ein Ausdruck des digitalen Servicehefts mit den Werkstattbelegen.
- Rückrufe: die KBA-Rückrufdatenbank, für die konkrete FIN der Hersteller.
- Gemeldete Unfallschäden: fahrzeugschein.de als Gratis-Hinweis, carVertical als vollständiger Bericht.
Zulassungsbescheinigung Teil I und II: am besten für Halterzahl und Echtheit
Die Zulassungsbescheinigung Teil I und II ist die beste kostenlose Quelle für die Zahl der Vorbesitzer und für die Frage, ob Fahrzeug und Papiere zusammengehören. Der ADAC rät, zu prüfen, wie viele Vorbesitzer in der Zulassungsbescheinigung eingetragen sind, und nachzufragen, besonders wenn das Auto viele Vorbesitzer hatte oder der Verkäufer es nur kurz besessen hat. Stimmt die FIN am Fahrzeug nicht mit den Papieren überein, könnte es sich laut ADAC um ein gestohlenes Auto mit falschen Papieren handeln.
Der ADAC warnt außerdem vor unterschlagenen Fahrzeugen aus Miete, Leasing oder Carsharing, die mit gefälschten Papieren weiterverkauft werden und an denen man kein Eigentum erwerben kann. Lass dir deshalb beide Teile im Original zeigen, achte auf Stempel, Wasserzeichen und Sicherheitsmerkmale, und lass dir eine Vollmacht und die Kontaktdaten des Halters zeigen, wenn der Verkäufer nicht der eingetragene Halter ist. Eine öffentliche Diebstahlabfrage für Privatleute nennt der ADAC nicht: Bei Verdacht rät er, den Kauf nicht abzuschließen und die Polizei zu informieren.
KBA-Registerauskunft: am besten für amtliche Daten mit HU-Kilometerständen
Die Online-Auskunft aus dem Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts ist die beste amtliche Quelle zur Fahrzeughistorie, und sie ist gebührenfrei. Anfordern kann sie allerdings nur der Halter: Die KBA-Auskunft umfasst die Fahrzeuge, die auf die anfragende Person als Privatperson zugelassen sind, und setzt ein Konto bei BundID oder einen Gastzugang, einen Ausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion und die AusweisApp voraus. Per Post ist die Registerauskunft zur eigenen Person ebenfalls gebührenfrei.
Nach Angaben des ADAC enthält der Datenauszug unter anderem das Datum der Erstzulassung, die Zahl der Vorbesitzer, Umschreibungen auf andere Halter, die bei den jüngsten Hauptuntersuchungen abgelesenen Kilometerstände und ob eine Prüfplakette zugeteilt wurde. Der ADAC empfiehlt Verkäufern, diesen Auszug anzufordern, und Kaufinteressierten, gezielt danach zu fragen. Lehnt ein Verkäufer die kostenlose Auskunft ab, ist das ein Grund, genauer nachzufragen.
Das Bundesverkehrsministerium nennt den Verkauf ausdrücklich als Anwendungsfall: Die Informationen aus der Online-Selbstauskunft kann der Halter einem potenziellen Käufer zur Verfügung stellen. Firmenfahrzeuge umfasst die Online-Auskunft laut KBA nicht. Unfallschäden und Wartungen kommen in der Aufzählung des ADAC nicht vor, dafür braucht es Scheckheft, Rechnungen und bei Bedarf einen Historie-Bericht.
Scheckheft und digitales Serviceheft: am besten für die Wartungshistorie
Das Scheckheft, also das Serviceheft mit den Einträgen der Werkstätten, ist die beste Quelle dafür, wie ein Auto gewartet wurde. Laut ADAC geben Serviceheft und Zulassungspapiere Aufschluss über die Vorgeschichte des Gebrauchten, doch „scheckheftgepflegt“ heißt nicht, dass alle Wartungsarbeiten gemacht wurden. Fehlt beim Kauf vom Händler das Original-Scheckheft, muss der Händler darauf hinweisen, und kann er die vorgeschriebenen Inspektionen nicht nachweisen, ist laut ADAC eine Minderung des Kaufpreises möglich.
Viele Hersteller führen das Serviceheft inzwischen digital. Eine ADAC-Untersuchung ergab laut auto motor und sport (Januar 2020), dass mit Ausnahme von Opel alle deutschen Marken die Digitalversion führen; in der Herstellerdatenbank sind die Werkstattarbeiten mit Kilometerstand und Datum vermerkt, was Tachomanipulationen erschwert. Bei digitalen Serviceheften rät der ADAC, sich die Wartungshistorie ausdrucken und die passenden Werkstattbelege geben zu lassen.
HU-Berichte und FSD-Auskunft: am besten für Kilometerstände und Mängel
HU-Berichte sind die beste kostenlose Quelle, um die Kilometerstände eines Autos über die Jahre zu vergleichen. Der ADAC rät, Reparaturrechnungen, AU- und TÜV-Berichte, Tankbelege, Einträge im Inspektionsheft und Ölwechsel-Aufkleber auf Plausibilität zu prüfen, und nennt ein Beispiel: Ein Ölwechsel ist spätestens nach 40.000 km fällig; steht bei angeblich 100.000 km der nächste Ölwechsel erst bei 180.000 km an, stimmt etwas nicht. Den in der Zulassungsbescheinigung Teil II eingetragenen Vorbesitzer kannst du nach diesen Unterlagen und nach dem Kilometerstand beim Verkauf fragen.
Die Daten der letzten HU, die dort abgelesenen Kilometerstände, die Messwerte der Bremsenprüfung sowie festgestellte Mängel und Hinweise gibt die Fahrzeug-System-Daten GmbH (FSD) auf eine Auskunftsanfrage nach der DSGVO heraus. Laut ADAC erteilt die FSD diese Auskunft aber nur Haltern für ihre eigenen Fahrzeuge und für den Zeitraum ihrer Haltereigenschaft, als Kaufinteressent musst du also den Verkäufer bitten, sie anzufordern. Der ADAC weist auch darauf hin, dass viele Kilometerstands-Datenbanken erst mit der ersten Hauptuntersuchung beginnen, wenn das Auto drei Jahre alt ist.
KBA-Rückrufdatenbank: am besten für Rückrufe
Die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts ist die beste kostenlose Quelle, um zu sehen, ob ein Fahrzeugtyp von einem Rückruf betroffen ist. Laut KBA müssen Hersteller für Rückrufe wegen eines ernsten Risikos oder einer Vorschriftenabweichung die Halteranschriften aus dem Zentralen Fahrzeugregister verwenden und den eingetragenen Halter schriftlich informieren. Die Rückrufdatenbank stellt das KBA zur Beurteilung bereit, ob ein Fahrzeugtyp betroffen ist.
Ob ein bestimmtes Fahrzeug betroffen ist, beantwortet laut KBA der Hersteller oder der Importeur für Deutschland, und nicht jede Rückrufaktion nutzt die Halteranschriften des KBA. Die Teilnahme an einem Rückruf ist verbindlich: Wer trotz mehrmaliger Aufforderung nicht teilnimmt, riskiert, dass die Zulassungsbehörde den Betrieb des Fahrzeugs untersagt. Frag den Verkäufer deshalb nach Rückrufschreiben und lass offene Maßnahmen vor dem Kauf beim Hersteller oder in einer Vertragswerkstatt klären.
Gratis-Check von fahrzeugschein.de: am besten für einen ersten Schadenshinweis
Der Gebrauchtwagen-Check von fahrzeugschein.de ist die beste kostenlose Option für einen ersten Hinweis auf gemeldete Unfallschäden. Nach eigenen Angaben zeigt der kostenlose Check ohne Registrierung technische Daten, Rückrufaktionen, eine Schätzung der Kfz-Steuer und ob Unfallschäden bekannt sind; die FIN gibst du ein oder fotografierst den Fahrzeugschein. Der kostenpflichtige Historie-Bericht kostet ab 24,99 € und enthält laut Anbieter Unfall- und Schadenshistorie, eine Übersicht der Reparaturkosten, die Kilometer-Historie und eine Diebstahlprüfung (geprüft im Oktober 2026).
Die Schadensdaten stammen laut fahrzeugschein.de aus der Datenbank Cardentity mit Einträgen von Werkstätten, Versicherern und Behörden, spezialisiert auf Fahrzeuge mit deutscher Historie; liegen keine Einträge vor, wird der Bericht gar nicht erst angeboten. Der Anbieter nennt selbst die Grenze aller Historie-Berichte: Ein Eintrag zeigt vor allem, dass ein Schaden kalkuliert wurde, nicht ob und wie er repariert wurde. Bedenke, dass fahrzeugschein.de sich in diesem Vergleich als Wettbewerber von carVertical positioniert.
carVertical: am besten für einen vollständigen Bericht mit Daten aus dem Ausland
carVertical ist der bekannteste kostenpflichtige Anbieter und am besten geeignet, wenn ein Auto auch im Ausland gelaufen ist. Der Anbieter gibt an, über 1.000 Datenquellen in mehr als 45 Ländern zu durchsuchen, darunter Versicherungs-, Polizei- und Zulassungsdaten, und zeigt im Bericht unter anderem gespeicherte Bilder, die Zustandshistorie und Kilometerrückstellungen (carVertical). Gesucht wird per FIN oder Kfz-Kennzeichen. Ein Einzelbericht kostet 38,99 €, zwei Berichte kosten 49,98 € und drei Berichte 59,97 € (carVertical-Preise, geprüft im Oktober 2026).
Die Rückgabe ist eingeschränkt: Enthält der Bericht in einem der Abschnitte zu Kilometerstand, Schäden und Zeitachse historische Daten, ist laut carVertical eine Rückgabe nicht möglich. Nach eigener Auswertung findet carVertical bei etwa jedem dritten in Deutschland geprüften Auto einen Schadenseintrag, und ein manipulierter Kilometerzähler weicht im Schnitt um rund 57.000 km ab. In einem Test von fahrzeugschein.de, einem Wettbewerber, meldete die kostenlose Vorprüfung von carVertical nur „Datensätze gefunden“, ohne Angabe zum Schadensstatus.
Gibt es eine kostenlose Alternative zu carVertical, und welche Anbieter sind seriös?
Eine kostenlose Alternative zu carVertical mit vollständiger Unfall- und Kilometerhistorie gibt es in Deutschland nicht. Kostenlos sind die Fahrzeugpapiere, die KBA-Registerauskunft und die FSD-Auskunft, die der Verkäufer anfordern kann, dazu Scheckheft, HU-Berichte, die KBA-Rückrufdatenbank und Vorab-Checks wie der von fahrzeugschein.de. Günstiger als carVertical sind etwa autoDNA mit 24,99 € je Bericht und einer kostenlosen Vorabprüfung, welche Datenarten zur FIN verfügbar sind, und der Historie-Bericht von fahrzeugschein.de ab 24,99 € (geprüft im Oktober 2026).
Einen seriösen Anbieter erkennst du daran, dass er den Preis vor dem Kauf nennt, seine Datenquellen und Rückgaberegeln beschreibt und nichts verspricht, was rechtlich nicht geht. Halterdaten gibt das KBA nach § 39 StVG nur heraus, wenn jemand darlegt, dass er sie zur Geltendmachung oder Abwehr von Rechtsansprüchen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr braucht, und nur per Post gegen eine Gebühr von 5,10 € (KBA). Ein Portal, das Halternamen zur FIN verspricht, sollte dich deshalb misstrauisch machen. Und weil Kilometerstände laut ADAC vor dem Eintrag in eine Datenbank nicht auf Richtigkeit geprüft werden, beweist auch ein sauberer Bericht keinen echten Kilometerstand.
Fahrzeughistorie kostenlos prüfen in fünf Schritten
Für eine kostenlose Prüfung der Fahrzeughistorie brauchst du die FIN und die Mitarbeit des Verkäufers, und die Reihenfolge zählt: erst Papiere und Unterlagen, dann die kostenlosen Abfragen, dann das Auto selbst.
- FIN am Auto ablesen und mit den Papieren vergleichen. Die 17-stellige FIN muss mit Feld E der Zulassungsbescheinigung Teil I und mit Teil II übereinstimmen; lass dir beide Teile im Original zeigen.
- Registerauskunft und Unterlagen anfordern. Bitte den Verkäufer um die gebührenfreie KBA-Registerauskunft, das Scheckheft oder einen Ausdruck des digitalen Servicehefts, die HU-Berichte und die Rechnungen.
- Rückrufe prüfen. Schau in der KBA-Rückrufdatenbank nach dem Fahrzeugtyp und frag beim Hersteller oder in einer Vertragswerkstatt nach offenen Maßnahmen für die FIN.
- Kostenlosen Schadenshinweis abfragen. Ein Vorab-Check wie der von fahrzeugschein.de zeigt, ob Schadensmeldungen vorliegen; erst bei einem Treffer oder bei einem Re-Import lohnt sich ein bezahlter Bericht ab 24,99 €.
- Kilometerstände abgleichen und das Auto prüfen lassen. Vergleiche die Kilometerstände aus allen Unterlagen, lass einen Gebrauchtwagencheck machen und den Fehlerspeicher auslesen. Bei der Probefahrt kannst du auch selbst mit einem OBD2-Scanner die Fehlercodes auslesen.
Warum Wartungsnachweise mehr zählen als jeder Bericht
Ein Bericht zur Fahrzeughistorie sagt, was einem Auto passiert ist; Wartungsnachweise sagen, wie es gepflegt wurde, und kostenlose Quellen zeigen sie fast nie. Die Daten der KBA-Registerauskunft enthalten keine Wartungen, ein Historie-Bericht zeigt Schadenskalkulationen statt Werkstattrechnungen, und ein Ölwechsel in der eigenen Garage steht nirgends. Der ADAC warnt: Kann der Verkäufer kein Serviceheft, keine HU-Berichte oder Werkstattrechnungen vorlegen, sollen möglicherweise Mängel verschleiert werden, oder es wurden nicht alle Wartungen durchgeführt.
Eine Untersuchung des Autos deckt ab, was weder Bericht noch Unterlagen zeigen. Das ADAC Prüfzentrum Hamburg etwa bietet eine Gebrauchtwagenuntersuchung von rund 60 Minuten mit Prüfprotokoll ab 79 € für Mitglieder und ab 109 € für Nicht-Mitglieder an (geprüft im Oktober 2026); Preise und Umfang unterscheiden sich je nach Regionalclub. Der ADAC betont aber auch, dass Werkstätten und die allermeisten Sachverständigen eine sauber durchgeführte Tachomanipulation nicht entlarven können, deshalb bleibt der Abgleich der Unterlagen wichtig. Der Ratgeber dazu, welche Wartungsnachweise du aufbewahren solltest, erklärt, was eine vollständige Servicehistorie enthält.
Für Verkäufer beantwortet eine geordnete Historie die Fragen des Käufers, bevor er sie stellt. WrenchTime, eine iPhone-App für Autos und Motorräder, erfasst jede abgeschlossene Wartung im Bereich Pflege mit Datum, Kilometerstand, Kosten, Notizen und der Rechnung als angehängtem Dokument, führt ein Prüfprotokoll für den Kilometerstand mit jeder Änderung und ihrer Herkunft und speichert die Fahrgestellnummer am Fahrzeug. Es exportiert die gesamte Historie pro Fahrzeug als PDF oder CSV und die angehängten Rechnungen als ein PDF mit Inhaltsverzeichnis. WrenchTime fragt keine FIN- oder Kennzeichendaten ab und erstellt keinen Historienbericht; es bewahrt die Aufzeichnung, die kein Bericht hat. Der Artikel darüber, was eine Wartungs-App fürs iPhone können sollte, zeigt den Rest.
Fahrzeughistorie prüfen: das Wichtigste auf einen Blick
Die Fahrzeughistorie prüfst du in Deutschland am besten mit den kostenlosen Unterlagen des Verkäufers, der KBA-Rückrufdatenbank und einem Gratis-Schadenshinweis, ergänzt um einen bezahlten Bericht nur bei Bedarf und eine Untersuchung des Autos.
- Keine zentrale Gratis-Datenbank. Amtliche Register- und HU-Daten bekommt nur der Halter kostenlos, er kann sie dir aber weitergeben.
- Papiere und Scheckheft zuerst. Zulassungsbescheinigung Teil I und II, Serviceheft, HU-Berichte und Rechnungen zeigen Halter, Kilometerstände und Wartung.
- Rückrufe kostenlos prüfen. Die KBA-Rückrufdatenbank für den Fahrzeugtyp, der Hersteller oder eine Vertragswerkstatt für die FIN.
- Bezahlte Berichte gezielt nutzen. carVertical kostet 38,99 € je Bericht, autoDNA 24,99 €, fahrzeugschein.de ab 24,99 €; ein Gratis-Vorab-Check hilft bei der Entscheidung.
- Ein sauberer Bericht ist kein sauberes Auto. Kilometerstände in Datenbanken werden laut ADAC nicht auf Richtigkeit geprüft; eine Untersuchung und lückenlose Belege bleiben nötig.
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Häufige Fragen
Kann man die Fahrzeughistorie kostenlos prüfen?
Ja, aber nur in Teilen. Kostenlos sind die Zulassungsbescheinigung, das Scheckheft, HU-Berichte, die KBA-Rückrufdatenbank und Vorab-Checks wie der von fahrzeugschein.de. Die amtliche KBA-Registerauskunft ist gebührenfrei, aber nur der Halter kann sie anfordern. Eine vollständige Unfall- und Kilometerhistorie gibt es nur gegen Geld, etwa bei carVertical oder autoDNA.
Was empfiehlt der ADAC, um die Fahrzeughistorie zu prüfen?
Der ADAC rät, Serviceheft, HU-Berichte, Reparaturrechnungen und Fahrzeugpapiere auf Plausibilität zu prüfen, die FIN mit der Zulassungsbescheinigung abzugleichen und den Vorbesitzer zu kontaktieren. Verkäufern empfiehlt er den kostenlosen KBA-Datenauszug, Kaufinteressierten, gezielt danach zu fragen. Bei Zweifeln rät er zu einem Gebrauchtwagencheck in einem ADAC Prüfzentrum oder bei einem ADAC Sachverständigen.
Was kostet ein Bericht bei carVertical?
Ein Einzelbericht kostet bei carVertical 38,99 €, zwei Berichte kosten 49,98 € und drei Berichte 59,97 €, Stand Oktober 2026. Gesucht wird per FIN oder Kfz-Kennzeichen. Enthält der Bericht historische Daten zu Kilometerstand, Schäden oder Zeitachse, ist eine Rückgabe laut carVertical nicht möglich, prüfe die Bedingungen also vor dem Kauf.
Woran erkennst du einen unseriösen Anbieter für die Fahrzeughistorie?
Misstrauisch machen sollte ein Anbieter, der den Preis erst spät nennt, keine Datenquellen und Rückgaberegeln beschreibt oder Halternamen zur FIN verspricht. Halterdaten gibt das KBA nur heraus, wenn jemand einen Rechtsanspruch im Straßenverkehr darlegt. Seriöse Anbieter nennen Preis, Quellen und die Grenzen ihrer Daten, bevor du bezahlst.
Wie rufst du die Historie deines eigenen Autos ab?
Als Halter forderst du die KBA-Registerauskunft online mit der Online-Ausweisfunktion gebührenfrei an; sie zeigt laut ADAC unter anderem Umschreibungen und die Kilometerstände der jüngsten Hauptuntersuchungen. Die HU-Daten mit Mängeln gibt die FSD auf Anfrage nach der DSGVO heraus. Wartungen, die du selbst erledigst, stehen in keinem Register, also halte sie selbst fest.
Zeigt eine Fahrzeughistorie auch die Wartung?
Nur teilweise. Die amtlichen Auskünfte enthalten keine Wartungen, und kommerzielle Berichte zeigen vor allem Schadens- und Kilometerdaten. Die Wartungshistorie steht im Scheckheft oder im digitalen Serviceheft des Herstellers; der ADAC rät, sich davon einen Ausdruck mit den passenden Werkstattbelegen geben zu lassen und bei Lücken gezielt nachzufragen.